Dieses Projekt wird seit 2005 an den Neuköllner Grund- und Oberschulen angeboten. Schulen sind Orte, an denen die Weichen für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben der Menschen gestellt werden. Daher ist es dringend notwendig, dass die Eltern über Bildung und Erziehung frühzeitig beraten und sensibilisiert werden, um ein Abrutschen der Kinder zu vermeiden.

Die Eltern der jeweiligen Schulen werden (analog zur Vorgehensweise bei den Kitas) in den drei Sprachen Deutsch, Türkisch und Arabisch eingeladen und jeweils von einem Experten in der jeweiligen Sprache über die ausgewählten Themen und Anliegen informiert. Da die anwesenden Fachleute die Sprache der Eltern sprechen, werden die Inhalte von allen TeilnehmerInnen verstanden. Bei einer Befragung von Eltern mit Migrationshintergrund gaben viele an, dass sie bei herkömmlichen Elternabenden nur etwa zehn Prozent des Inhaltes verstanden hätten und danach den Versammlungen ferngeblieben seien. Dieses Fernbleiben wurde von vielen Schulen als Desinteresse an der Erziehung der Kinder interpretiert – was wiederum bei vielen Eltern mit Migrationshintergrund zu Unverständnis führte.

Insgesamt wurden bislang über 740 Einzelveranstaltungen durchgeführt und folgende Themen behandelt:

    Information über das Berliner Schulgesetz sowie verfassungsrechtliche Aspekte
    Demokratisches und tolerantes Zusammenleben
    Gesunde Ernährung
    Zweisprachigkeit
    Bewegung und Sport
    Gewaltfreie Erziehung in der Familie
    Medien und Gewalt
    Umgang mit Medien
    Sucht (Alkohol, Drogen, Rauchen etc.)
    Frauenrechte und häusliche Gewalt

Weil der Bedarf hierfür immer noch groß ist und das Projekt weiterhin große Unterstützung durch die Neuköllner Schulen erfährt, ist es geplant, das Angebot weiter auszubauen.